Projekt

Motivation

Um dem globalen Wettbewerb zu begegnen, entwickeln sich Fertigungsprozesse stetig weiter. Dies ist an der kontinuierlich steigenden Komplexität und des Personalisierungsgrads von Produkten, kürzeren Lieferzyklen und höheren Qualitätsstandards abzulesen. Aus diesem Grund sind in den jeweiligen Fertigungsabteilungen hohe Qualifikationsanforderungen und eine effiziente Kommunikation zwischen den einzelnen Abteilungen von Unternehmen erforderlich. Ein weiterer Trend ist der zunehmende Anteil der IT-Komponenten, die an der Produktionsüberwachung und -steuerung beteiligt sind (sog. intelligente Fertigung). Um diese Herausforderungen zu bewältigen, bedarf es eines strengen und risikodifferenzierenden Projektmanagements sowie einer effektiven IT-Unterstützung.

Die Umsetzung des Risikomanagements in Projekten ist aufgrund fehlender Definitionen und Standards gerade bei kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) nicht weitverbreitet. Der im Rahmen von PRiMa-Q entwickelte vorwettbewerbliche Demonstrator wird deshalb KMU unterstützen, die Auswirkungen von Projektrisiken während des Projektierungsprozesses automatisch zu identifizieren, deren Auswirkungen zu verstehen und die wirtschaftlichen Auswirkungen der angewandten Maßnahmen bereits vor Projektbeginn zu überprüfen bzw. abzuschätzen. Darüber hinaus wird es möglich sein mehrere Projekte mit geteilten Ressourcen und deren Unsicherheiten zu verwalten. Das Projekt konzentriert sich primär auf den Maschinenbausektor sowie auf die IT-Entwicklung in Belgien und Deutschland. 

Ziele

Ziel von PRIMA-Q ist es, ein Framework sowie ein vorwettbewerbliches Open-Source-Tool zum quantitativen Management von projektbezogenen Risiken in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) zu entwickeln und zu implementieren. Durch das entwickelte Framework zur Quantifizierung von Projektrisiken wird es KMU ermöglicht, Projekte besser zu steuern, die durch intrinsische Komplexität und Wechselwirkungen gekennzeichnet sind. Dadurch können KMU präventiv und flexibel auf die wichtigsten Projektrisiken reagieren und Projekte untereinander priorisieren.

Die Fokussierung auf ein quantitatives Risikomanagement-Framework bietet Unternehmen ein standardisiertes Risikomanagement-Verfahren zur Verwaltung von Projekten. Dieser Ansatz ermöglicht es Unternehmen, quantifizierte Key Performance Indicators (KPIs) in Bezug auf Kosten, Zeit und Qualität zu verfolgen. Dies ist zum einem entscheidend für ein erfolgreiches Multiprojektmanagement, für die ordnungsgemäße (bzw. risikoorientierte) Ressourcenzuteilung, sowie für eine standardisierte und objektive Projektberichterstattung.

Um eine möglichst große Zielgruppe und eine flächendeckende Nutzung zu erreichen, wird die Kompatibilität zu anderen Projektmanagement-Tools angestrebt.

Umsetzung

Um die gesteckten Ziele zu erreichen wird das Projekt in eine Konzept-, Realisierungs- und Validierungsphase unterteilt. Innerhalb der Konzeptphase bildet die Anforderungserhebung in Form einer Umfrage die Grundlage für das Gesamtkonzept. Hierbei wird der Stand der Technik innerhalb des Projektrisikomanagements, sowie die Anforderungen für ein Projektrisikomanagement-Tool erhoben. Außerdem werden in der Konzeptphase Datenbanken für Projektrisiken und Risikomanagement-Maßnahmen erstellt. In der Realisierungsphase wird eine risikobasierte Methode zur Planung und Handhabung von Projekten entwickelt, während die Hauptelemente des Demonstrators erarbeitet und integriert werden. Parallel hierzu wird ein Modell zur Unterstützung in der Entscheidungsfindung entwickelt, welches den optimalen Kompromiss zwischen Risikokosten und der angewendeten Maßnahmen identifiziert. In der letzten Phase, der Validierungsphase, werden Anwendungstest zur Überprüfung der integrierten Funktionen, eine Optimierung des Demonstrators und dessen Inhalten durchgeführt.

Projektlaufzeit

01.01.2017 - 31.12.2018